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Ausbildung von jugendlichen Ehrenamtlichen im Bistum Hildesheim

Im Bistum Hildesheim sind zwei Schulungen Voraussetzung für den Erhalt der JuLeiCa (=Jugendleitungscard), dem bundesweit einheitlichen Ausweis für ehrenamtlich Engagierte in der Jugendarbeit: der POK und der JLK. Der gemeinsame Rahmenplan von Fachbereich Jugendpastoral und dem BDKJ Diözesanverband regelt dabei sowohl die formalen als auch die inhaltlichen Anforderungen an diese Fortbildungen – und richtet sich dabei nach den bundes- und landesweiten JuLeiCa-Standards.

Sowohl der POK (PersönlichkeitsOrientierterKurs) als auch der JLK (JugendLeitungsKur) werden von unterschiedlichen Stellen angeboten: von der Ministrantenpastoral im Bistum Hildesheim und von katholischen Jugendverbänden wie der KjG oder der Kolpingjugend. Dabei ist es durchaus möglich, den POK bei einem Anbieter zu besuchen und für den JLK dann einen anderen Anbieter auszuwählen.

Da die JuLeiCa erst mit 16 Jahren beantragt werden kann, sollte der POK frühestens im Alter von 15 und der JLK mit 15 ½ Jahren besucht – hier gilt es, auf die Bestimmungen der jeweiligen Anbieter zu schauen. Und: Zuerst muss der POK besucht werden, dann der JLK – eine umgekehrte Reihenfolge ist nicht möglich, da der JLK auf dem POK aufbaut. Beide Kurse dauern – je nach Anbieter – ca. fünf bis sechs Tage und haben unterschiedliche Schwerpunkte. Die einzelnen Schulungsteams können diese Schwerpunkte unterschiedlich ausgestalten und gewichten – doch die verbindlichen Bausteine seien hier genannt:


Die Ausbildung gliedert sich in folgende Bereiche:


PersönlichkeitsOrientierter Kurs

  • Mein Leben und ich: Wie war mein Lebensweg bisher? Was hat mich geprägt – und wer hat mich geprägt? Wie ticke ich, welche Stärken habe ich? Und: Wo möchte ich noch hin?
  • Die anderen und ich: Wie und wo erlebe ich Gemeinschaft? Welche Rollen habe ich? Wie gehe ich mit anderen um, wie gehen andere mit mir um?
  • Gott und ich: Was prägt meinen Glauben? Wo spielt Gott eine Rolle in meinem Leben? Wie kann mein Glaube mich in meinem Leben tragen – im Alltag, aber gerade auch in Krisensituationen?

In den Persönlichkeitsorientierten Kursen (POK) und Angeboten werden somit die eigenen Fähigkeiten und Eigenheiten erkundet, soziale Fähigkeiten entdeckt und erweitert sowie kommunikative Kompetenzen geschult.

Sie ermöglichen eine fundierte Entscheidung zur Übernahme von Leitungsverantwortung und sind daher unverzichtbarer Bestandteil und Voraussetzung zur Fortsetzung der Ausbildung.

Den POK kann man bereits mit 15 Jahren machen.


JugendLeitungsKurs

  • Lebenssituation von Kindern und Jugendlichen: der Alltag von Kindern und Jugendlichen und ihre soziale und individuelle Lebenswirklichkeit, Reflexion der eigenen Situation im sozialen Kontext
  • Psychologische und pädagogische Grundlagen: alters- und geschlechtsspezifische Entwicklungsprozesse von Jugendlichen, gruppenpädagogische Kenntnisse, Methoden zur Selbstorganisation
  • Jugendschutz und Prävention: Informationen zum Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung, Prävention von sexualisierter Gewalt (=> sechsstündige Präventionsfortbildung für Ehrenamtliche)
  • Aufgaben und Funktion der Jugendleitung: Eigene Haltung und Motivation, Aufgaben und Funktion als Leitung; Rolle, Einflussmöglichkeiten und Leitungsstile der Gruppenleitung
  • Rechts- und Organisationsfragen der Jugendarbeit: Rechte und Pflichten von GruppenleitungenProgrammgestaltung und Öffentlichkeitsarbeit: zielgruppenorientierte Arbeit, Organisation und Planung, Finanzierung, Öffentlichkeitsarbeit, Interessenvertretung
  • Aufgaben, Methoden und Qualitätssicherung: verschiedene Formen der Pädagogik (z.B. Erlebnispädagogik), Selbstorganisation und Projektarbeit, unterschiedliche Angebotsformen, Reflexion der eigenen Arbeit
  • Trägerspezifische Themen: z.B. kirchliche Strukturen, Glaubensvermittlung und Spiritualität, Verbandsthemen

Jugendleitungskurse vermitteln somit grundlegende Kenntnisse für die pädagogische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in Gruppen.


Nach der erfolgreichen Teilnahme jedes Kurses erhalten die Jugendlichen eine entsprechende Bestätigung. Die JuLeiCa beantragen die Jugendlichen selber unter www.juleica.de . Um eine JuLeiCa ausgestellt zu bekommen, braucht es:

  • Die erfolgreiche Teilnahme an POK und JLK
  • Erste-Hilfe-Kurs (nach jetzigem Stand: »Lebensrettende Sofortmaßnahmen“, sechsstündig)
  • Nachweis über „Praxiserfahrung“

Erste-Hilfe Lehrgang

Zur Ausbildung gehört der Erwerb von ausreichenden Kenntnissen in Erster Hilfe.

Hierzu ist der Nachweis im Umfang des »Erste-Hilfe Lehrgangs« (Zwölf Zeitstunden entsprechend 16 Schulungseinheiten) nachzuweisen.

Erste Hilfe-Lehrgänge werden z. B. angeboten von der Malteser Jugend.


jugendleiter-in card

Die JuLeiCa kann jeder Jugendliche ab 16 Jahren beantragen der die Ausbildung qualifiziert absolviert hat und aktiv eine Kinder- oder Jugendgruppe leitet.

Das Antragsverfahren ist nur noch online über www.juleica.de möglich.


Fortbildungen

Fortbildungsangebote sollen die Kenntnisse und Fähigkeiten der Ausbildung vertiefen und zur weiteren Qualifizierung beitragen, daher ist eine jährliche Fortbildung empfehlenswert.

Für die Verlängerung (Neu-Ausstellung) der JULEICA nach drei Jahren ist die Teilnahme an einer oder mehreren Fortbildungsveranstaltungen im Umfang von insgesamt mindestens acht Zeitstunden (entsprechend zehn Schulungseinheiten) nachzuweisen.


Fortbildungen im Bereich Prävention

Augen auf… Hinschauen und schützen!

Unter diesem Motto stehen all die gemeinsamen Bemühungen, um die Prävention von sexualisierter Gewalt im Bistum Hildesheim zu stärken und weiterzuführen. Prävention setzt auf eine Kultur des Hinschauens: Hinschauen auf „blinde Flecke“, mangelnde Sensibilisierung, mögliche Gefahrenpotentiale und auf Schwachstellen in der Kommunikationskultur. Dies alles ist wichtig, damit Kinder, Jugendliche und schutz- und hilfedürftige Erwachsene sich in allen Bereichen und Einrichtungen unserer Kirche sicher fühlen können.

Infos und Angebote für Fortbildungen im Bereich Prävention findet ihr hier.


Trägerinformation

Die Aus- und Fortbildung der/zur Jugendleitung im Bistum Hildesheim wird getragen von den Mitgliedsverbänden des BDKJ und des Fachbereichs Jugendpastoral.

Die Kurse und Angebote sind je nach Konzept der Anbieter unterschiedlich ausgerichtet; Grundlage für die Angebote ist der „Rahmenplan für die Aus- und Fortbildung von Jugendleiterinnen und Jugendleitern in der Diözese Hildesheim“.


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